US-Fußball: Event statt Erlebnis?

Um es gleich vorweg zu sagen: Der Fußball in den USA lässt sich nicht mit dem in Europa und unserem in Deutschland vergleichen. An Spieltagen der Major League Soccer (MLS) trifft man trotzdem auf einige Gemeinsamkeiten, aber dementsprechend auch riesengroße Unterschiede. Wer noch nie ein Fußballspiel in den USA erlebt hat, der bekommt anhand der folgenden Zeilen und Bilder einen ersten Eindruck. US-Fußball: Event statt Erlebnis?

Um den US-Fußball in seiner heutigen Erscheinungsform zu verstehen, muss die Ausgangslage betrachtet werden. Die MLS, sozusagen die 1. Bundesliga in den USA, ist eine sehr junge Liga, die erst seit 1994 existiert. Die Gründe sind einfach: Der Fußball galt in den USA lange als typische Sportart für Mädchen und Frauen, bedingt durch die Erfolge des Frauen-Nationalteams und durch die übermächtige Konkurrenz von Football, Baseball und Eishockey. Deshalb entschieden sich viele Mädchen für Fußball und die Jungs für die traditionellen US-Sportarten. Dadurch war praktisch über einen langen Zeitraum keinerlei Fanbasis oder Fankultur im amerikanischen Fußball vorhanden. Zum Vergleich: Die Fangruppe Ultras Nürnberg besteht bereits seit 1994. Genau so lange wie die MLS. Dass somit Fahnen, Gesänge oder Trommeln eher schleppend Einzug in die Stadien Einzug hielten und sich die Fankultur ganz anders als in Europa entwickelte, ist nicht weiter verwunderlich.

Franchise statt Verein

Hinzu kommt, das die MLS-Teams ähnlich wie beim Baseball oder Football keine eingetragenen Vereine sind, sondern ein sogenanntes Franchise. Die Vereine sind praktisch eine Marke wie Coca Cola oder Burger King. Der Heimatort einiger Teams wurde in den vergangenen Jahren mehrmals verändert. So zogen die San Jose Earthquakes nach Houston – und wieder zurück nach San Jose. Auch das Wappen, oder besser gesagt Logo der Vereine, wird oftmals beliebig verändert, nur aufgrund von Marketing-Kalkül. Eine Identifikation mit den Vereinen ist für die Jugend in den jeweiligen Städten somit nicht einfach. Einwirkungen von Vereinsmitgliedern sind bei einem Franchise praktisch nicht vorhanden.
Einige Teams mussten zudem in ihren Anfangsjahren die Baseballstadien der Städte nutzen, da reine Fußballstadien nicht vorhanden waren. Baseballstadien sind sicher kein Ort für eine prickelnde Fußballatmosphäre. Andere Mannschaften nutzen dagegen die großen Footballstadien, die jedoch zu überdimensioniert für die wenigen Zuschauer waren.

Doch welcher Eindruck bietet sich nun dem Zuschauer vor Ort an einem Spieltag?

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Ein Kommentar zu “US-Fußball: Event statt Erlebnis?

  1. Pingback: Baseball in den USA: Langeweile und Spannung | StrafraumPrediger

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